§ 9 Abs. 1 AGG

§ 9 Absatz 1 des AGG räumt den konfessionellen Arbeitgeberinnen ein, eine Religionszugehörigkeit ihrer Mitarbeiter_innen zu verlangen, sofern diese nach der Art der Tätigkeit eine gerechtfertigte berufliche Anforderung darstellt.

Wird ein_e Seelsorger_in für ein katholisches Hospiz gesucht, in dem überwiegend Katholik_innen betreut werden, ist die katholische Wertehaltung eine zentrale Anforderung der Tätigkeit und darf als solche beim Bewerbungsverfahren zum Ausschluss von Konfessionslosen führen. Will jedoch ein von der Diakonie betriebener Kinderhort, der die kulturelle Vielfalt der deutschen Bevölkerung widerspiegelt und weitgehend durch kommunale Mittel gefördert wird, eine_n Hausmeister_in einstellen, stellt die Kirchenzugehörigkeit keine gerechtfertigte berufliche Anforderung dar.

Hier wird von „verkündungsnahen“ Tätigkeiten, wie Priestern oder Seelsorger_innen, und „verkündungsfernen“ Tätigkeiten, wie z.B. Verwaltungs- oder Servicepersonal, gesprochen.  Zumeist ist eine Entscheidung im Einzelfall geboten.

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© Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V. 2011