§ 8 AGG

Othello

Gemäß § 8 Abs. 1 AGG ist eine unterschiedliche Behandlung wegen eines im Gesetz genannten Diskriminierungsgrundes zulässig, wenn der Grund der Benachteiligung wegen der Art der auszuübenden Tätigkeit oder der Bedingungen ihrer Ausübung eine wesentliche und entscheidende berufliche Anforderung darstellt, sofern der Zweck rechtmäßig und die Anforderung angemessen ist. Es müssen alle Voraussetzungen vorliegen („und“), um eine Ungleichbehandlung zu rechtfertigen.

Dies bedeutet beispielsweise, dass bei der Stellenbesetzung für die Rolle des Othello ein männlicher Opernsänger afrikanischer Herkunft bei der Auswahl bevorzugt werden darf, da die Rolle dies benötigt und somit eine wesentliche und entscheidende berufliche Anforderung darstellt. Soll jedoch die Stelle eines afrikanischen Spezialitätenkochs besetzt werden, kann hier die Hautfarbe bzw. Herkunft keine berufliche Anforderung darstellen, da das Kochen von afrikanischen Spezialitäten von jedem erlernt werden kann.

Wann der Benachteiligungsgrund wegen der Art der auszuübenden Tätigkeit oder der Bedingungen ihrer Ausübung eine „wesentliche“ und „entscheidende“ berufliche Anforderung darstellt und wann der Zweck „rechtmäßig“ sowie die Anforderung „angemessen“ ist, muss also im Einzelfall geprüft und im Zweifel von einem Gericht geklärt werden.

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