Einstellungsverfahren und Beschäftigung

“Wir sehen es als großen Gewinn aus einem möglichst großen Pool von Kompetenzen schöpfen zu können und Beamte und Angestellte zu haben, die mit den unterschiedlichsten Londoner Communitys in Kontakt stehen. Dies ist existentiell wichtig, um die Sorgen der Communitys verstehen und bearbeiten zu können, Informationen zu sammeln, Kriminalität partnerschaftlich zu bekämpfen und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.“

Metropolitan Police Service

Die Ermittlungen im Mordfall Stephen Lawrence haben die Frage aufgeworfen, ob es Rassismus innerhalb der Polizei gibt; der Macpherson Bericht bestätigte diesen Verdacht. Eine Empfehlung des Berichts war es, die Einstellungsquoten von Schwarzen Menschen und Angehörigen ethnischer Minderheiten (Black and Minority Ethnic people – BME) bei der Polizei sichtlich zu erhöhen. Wenn dies gelänge, würde eine erhöhte Anzahl an BME-Mitarbeitern die vielfältige Gesellschaft Großbritanniens widerspiegeln und würde die Polizei in die Lage versetzen, die nötige Sensibilität für die kulturellen Bedürfnisse der Menschen leichter zu gewährleisten. Dies ermöglicht eine bessere Kommunikation und eine dynamischere Polizeiarbeit.

7. Dass der Innenminister und die Polizeibehörden darauf hinwirken müssen, dass der Polizeiapparat so weit wie möglich die kulturelle und ethnische Vielfalt der Communitys, in denen die jeweiligen Polizeibehörden tätig sind, widerspiegeln.

48. Dass es eine sofortige Überprüfung und Überarbeitung der Schulungen zur Sensibilisierung für Rassismus innerhalb der Aus- und Weiterbildung für Polizist_innen geben muss, um zu gewährleisten: [...]

52. Dass das Innenministerium zusammen mit der Polizei anerkannte Standards für die Ausbildungsansätze und -ziele im Bereich der Sensibilisierung für Rassismus und der Wertschätzung kultureller Vielfalt veröffentlichen sollten.

53. Dass es eine regelmäßige und unabhängige Kontrolle der Ausbildung in allen Bereichen der Polizei geben sollte, um sowohl die Umsetzung als auch die Ergebnisse einer solchen Schulung zu überprüfen.

55. Dass die vom Innenministerium vorgeschlagenen Änderungen des Disziplinar-und Beschwerdeverfahrens innerhalb der Polizei vollständig umgesetzt und öffentlich auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden sollen.

57. Dass die Polizei durch die Einführung eines Verhaltenskodexes oder anderweitig sicherstellen muss, dass erwiesene rassistische Aussagen oder rassistische Handlungen bei Polizist_innen zu Disziplinarverfahren führen müssen und dass eingesehen werden muss, dass ein solches Verhalten in der Regel zu einer Entlassung führt.

58. Dass der Innenminister, unter Berücksichtigung der starken öffentlichen Äußerungen in diesem Zusammenhang, prüfen muss, welche Schritte unternommen werden können und müssen, um sicherzustellen, dass ernsthafte Beschwerden gegen Polizeibeamt_innen unabhängig untersucht werden. Die Untersuchung von Polizist_innen durch ihre eigenen Kolleg_innen oder eine andere Polizeibehörde wird weithin als unangemessen angesehen und baut bei der Öffentlichkeit kein Vertrauen auf.

64. Dass die Pläne des Innenministers und der Polizeibehörden bezüglich der Polizeiarbeit konkrete Ziele für die Einstellung, die Laufbahnentwicklung und die langfristige Einbindung der Mitarbeiter_innen aus ethnischen Minderheiten beinhalten sollen. Polizeibehörden sollen die diesbezüglichen Fortschritte jährlich dem Innenminister vorlegen. Solche Berichte müssen öffentlicht werden.

66. Dass die Königliche Inspektion für die Polizei (Her Majesty’s Inspectorate of Constabulary – HMIC)  in jede regelmäßige oder thematische Überprüfung einen Bericht über die Fortschritte der Polizei bei der Einstellung, Laufbahnentwicklung und langfristigen Einbindung von Mitarbeiter_innen aus ethnischen Minderheiten aufnimmt.

© Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V. 2011