Die Ermordung von Stephen Lawrence

„Der Untersuchung wurde durch eine Kombination von professioneller Inkompetenz, institutionellem Rassismus und einem Versagen der hochrangigen Polizisten bei der Leitung der Ermittlungen geschadet.“

Aus dem Macpherson Bericht

Der achtzehnjährige Stephen Lawrence wurde, während er in Elthan, South East London mit einem Freund (Duwayne Brooks) auf den Bus nach Hause wartete, durch einen nicht provozierten, rassistischen Angriff getötet. Zeug_innen sagten aus, dass er von einer Gruppe von fünf weißen Männern attackiert wurde, die rassistische Kommentare rufend in die Richtung von Lawrence und Brooks liefen. Stephen wurde niedergestochen und lebensbedrohlich verletzt. Die Polizist_innen, die als erste am Tatort eintrafen, leisteten keine Erste Hilfe. Dieselben Polizist_innen verhielten sich unsensibel und rassistisch, indem sie Stephen aufgrund seiner ethnischen Zugehörigkeit Stereotype zuschrieben. Lawrence und Brooks wurden beide nicht als Opfer eines Angriffs behandelt. Die Familienverbindungsbeamten, die in Kommunikation mit den Eltern von Stephen Lawrence standen, waren unprofessionell und unsensibel. Verdächtige wurden verhaftet, konnten aber nicht dauerhaft festgehalten werden, da mit Beweisen unsachgemäß umgegangen worden war. Bei der weiteren Untersuchung wurde die Familie über den Fortgang der Ermittlungen unzureichend informiert. Auf Druck der Familie und von Antirassismusorganisationen wurde von Herrn Macpherson im Jahr 1999 eine parlamentarische Untersuchung eingeleitet. Erst 13 Jahre später, im Jahr 2012, wurden zwei der ursprünglichen Verdächtigen wegen Mordes verurteilt.

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