Zensus

Hier finden Sie eine Übersicht über die ethnische Zusammensetzung der US-Bevölkerung von 1790 bis 2010. Daraus werden auch die jeweiligen Möglichkeiten der Zuordnung zu einer ethnischen Herkunft ersichtlich.

Sensible Daten im Zensus zu erfassen bildet die Grundlage, um das politische und soziale Klima in den USA zu verstehen. Ein zentraler Aspekt des US-Zensus ist die absolute Transparenz zu den im Zensus gestellten Fragen. Die Website des US-Zensusamtes (‚U.S. Census Bureau‘) stellt eine Erklärung zur Verfügung, die auf die Notwendigkeit jeder Frage eingeht. Im Kontext des Merkmals ethnische Herkunft gibt das Büro an, dass Statistiken darüber auf politische Regelwerke, Regierungsprogramme und Überwachungen von rassistischer Diskriminierung einwirken. Zensus geht nicht nur darauf aus, Diskriminierung in der Gesellschaft zu überwachen.

Das OMB stellt die ethnischen Kategorien für den Zensus zur Verfügung, um eine einheitliche Datensammlung zu schaffen. Diese Kategorien beinhalten ‚weiß‘, ‚Schwarz‘ oder ‚Afro-Amerikaner_innen‘, ‚Amerika-Indianer_innen‘ oder ‚Alaska-Einheimisch-Asiatisch‘ und ‚Einheimisch-Hawaiianisch‘ oder ‚Pazifik-Insulaner_innen‘.

Die neueste Ergänzung im Zensus ist die Frage über ethnische Herkunft in Bezug auf Latein- und Mittelamerikaner (‚hispanics‘). Dieser Aspekt wird noch vor der Frage nach der ethnischen Herkunft geklärt, da diese Kategorie nicht als Zuordnung nach Herkunft (‚race‘), sondern eher als Staatszugehörigkeit verstanden wird.

Um zu diesen Standardkategorien zu gelangen, hat es Jahre der Diskussion und eine konstante Entwicklung darüber erfordert, wie die Gesellschaft mit ethnischer Herkunft umgeht. Das US-Zensusamt hat Organisationen, die Minderheitengruppen repräsentieren, konsultiert. Das erlaubt den besagten Gruppen, mehr Kontrolle darüber zu erlangen, was von ihnen erfragt wird. Die Minderheitengruppen können so als Vertreterinnen ihrer eigenen Interessen und Rechte agieren und eine andere Methode von Datenerhebung im Zensus einfordern.

Es gibt verschiedene Vorgehensweisen der Datenerhebung, die beim Zensus angewandt wurden. Die gängigsten sind Umfragebögen und Gespräche. Als erstes wird ein Fragebogen an die Bewohner_innen eines Haushaltes geschickt. Wenn er nicht zurückgesandt wird, werden Telefon- und Privatbefragungen durchgeführt. Für die Gespräche wird dafür ausgebildetes Personal vom US-Zensusamt eingesetzt.

Kommt es zu der Situation, dass der_die Befragte sich weigert, Auskunft über die ethnische Herkunft zu geben, muss der_die Befragende selber die ethnische Herkunft des_der Befragten anhand der äußeren Merkmale bestimmen. Der Prozess der Fremdidentifikation ist allerdings komplex. Alle bereits gemachten Angaben müssen dabei mit einbezogen werden, danach werden die Akten der Familienangehörigen mit in die Identifikation einbezogen.

© Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V. 2011