Polizei und 'Racial Profiling'

“During a Chicago event with law enforcement officials, the president [Barack Obama] recalled times when he’d been pulled over in his car by police. ‘Most of the time I got a ticket, I deserved it. I knew why I was pulled over,’ Obama said. ‘But there were times when I didn’t’”

- Huffington Post, 2015

Informationen über die Erhebung von Polizeistatistiken sind nur wenige vorhanden. Den USA mangelt es an einem einheitlichen System landesweiter Erfassung von Statistiken. Insbesondere da die Aufzeichnung von Straftaten  innerhalb jedes Bundesstaates unterschiedlich angeordnet ist.

Statistiken über Verbrechen werden auf einer landesweiten Ebene zusammengetragen und vom FBI in den ‚Einheitlichen Straftatenberichten‘, UCR (‚Uniform Crime Reports‘),  sowie  vom Amt der Justizstatistiken (‚Bureau of Justice Statistics‘)  in der Nationalen Verbechensdiskriminierung Umfrage (‚National Crime Victimization Survey‘) gesammelt. Der Mangel an Einheitlichkeit der Daten bietet nur wenig verlässliche Statistiken an.

Informationen, die für den UCR gesammelt werden, werden dort entweder durch ein Amt oder durch die Polizei vorgelegt. Vor 2013 wurden die meisten Informationen auf dem Postweg versendet, was dazu führte, dass die Analyse der Daten zu einem langen und aufwendigen Prozess wurde. Heute werden die Daten nur noch online gesammelt, um den Vorgang zu beschleunigen.

Obwohl der Erhebungsprozess sehr aufwendig ist, bieten die Statistiken eine aufschlussreiche Sicht auf Straftaten in den USA. Der UCR bietet Statistiken über die Zahl von ermordeten und angegriffenen Polizist_innen und allgemeine Straftaten und Statistiken über Hasskriminalität. In dieser Veröffentlichung dokumentiert das FBI die Zahl der Vorfälle, bei denen ein teilweise oder kompletter Zusammenhang mit der ethnischen Herkunft, Religion, Geschlecht, Sexualität usw.  nachgewiesen werden konnte.

Im ‚National Crime Victimization Survey‘, wurden die Daten vom ‚Bureau of Justice‘ (Justizamt) gesammelt. Eine Stichprobe von 160.000 Menschen wird zwei Mal im Jahr befragt. Dabei werden Informationen über die Quote, die Eigenschaften und die Auswirkungen von Straftaten in den USA gesammelt.

Die Teilnehmer_innen werden beispielsweise gefragt, wie wahrscheinlich es wäre, dass sie Opfer von Vergewaltigung, Raub, Körperverletzung, Diebstahl und anderen Verbrechen werden könnten. Dabei sollten sie Auskunft über ihr Geschlecht, ihre ethnische Herkunft und ihr Alter geben, sowie auf die Frage antworten, ob sie sich in einer städtischen Umgebung befänden. Diese Frage legt den Schwerpunkt darauf, ob bestimmte Minderheiten eher Opfer von Gewalt werden als die ethnische Mehrheit und auch, inwiefern ihr Umfeld dazu beiträgt.

Obwohl es eine landesweite Sammlung von Daten über Straftaten gibt, gibt es keine Richtlinien dafür, auf welche Weise Verbrechen angegeben werden sollen. Das bedeutet, dass Polizeibeamt_innen die Daten schon dadurch verzerren können, indem sie nicht jeden Vorfall berichten. Auch können die als  „dringendst zu berichten“ eingestuften Informationen von Bundesstaat zu Bundesstaat variieren.

So wie bei den Diskrepanzen in der Berichterstattung, gibt es keine obligatorische und geschlossene Sammlung von Daten über Missbrauch und Fehlverhalten innerhalb der Polizei.

© Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V. 2011