Chronische Krankheiten

"Ein enges Verständnis des Behinderungsbegriffs schließt Menschen mit chronischen Krankheiten aus. Hier ist zunächst die Rechtsprechung gefordert, ihre enge Definition von Behinderung aufzugeben. Falls sich keine Verbesserungen einstellen, besteht Handlungsbedarf für den Gesetzgeber."

- Zitat von Christine Lüders - Leiterin der Antidiskriminierungsstelle, und Hubert Hüppe - Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen.

Das vorliegende Dossier bietet Ihnen Informationen zum Thema Diskriminierung von Menschen mit chronischen Krankheiten an. Menschen mit chronischen Krankheiten erleben im Alltag immer wieder Einschränkungen und erfahren Ausgrenzung aufgrund ihrer Erkrankung. Bislang sind chronische Krankheiten, im Gegensatz zu Behinderungen, im deutschen Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) nicht ausdrücklich aufgeführt. 2013 hat das Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung (BUG) als Beistand die Klage eines HIV-positiven Menschen vor dem Bundesarbeitsgericht begleitet. Hier erfahren Sie mehr darüber.

Krankheiten, chronische Krankheiten und Behinderungen sind begrifflich voneinander abzugrenzen. Bei bestimmten chronischen Krankheiten besteht neben der dauerhaften gesundheitlichen Einschränkung die Gefahr einer Stigmatisierung. Eine chronisch kranke Person wird in einem solchen Fall nicht durch die chronische Krankheit selbst, sondern durch das Stigma, das der Krankheit anhaftet, in der gesellschaftlichen Teilhabe eingeschränkt.

Diskriminierungen können Menschen mit chronischen Krankheiten in verschiedenen Lebensbereichen begegnen, wie am Arbeitsplatz, bei Versicherungen, im Gesundheitswesen oder beim Zugang zu Wohnraum.

Verschiedene rechtliche Bestimmungen auf nationaler, unionsrechtlicher und völkerrechtlicher Ebene zielen auf die Beseitigung und Verhinderung von Diskriminierung aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen und im Besonderen aufgrund chronischer Krankheiten.

Eine Auswahl von Material zum Thema bieten wir Ihnen ebenfalls an.

Hier können Sie auf eine Druckversion des Dossiers zugreifen.

Wir danken Mélanie Lavenant, Almuth Richter und Diane Weber für die Erarbeitung des Dossiers.

© Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung e.V. 2011